Nerven-Immunologie im gesunden und krankheitsbedingten Zustand

Unser Forschungsschwerpunkt beruht zum einem darauf zu verstehen, wie Nervenzellen und Mikroglia miteinander interagieren; Zum anderen sind wir daran interessiert, welchen Einfluss die Störung dieser Beziehung auf die Bildung und Funktion neuronaler Schaltkreise sowohl im gesunden wie im krankheitsbedingten Zustand hat.

Gemeinhin gilt die Annahme, dass Mikroglia nur an der aktiven Immunabwehr beteiligt sind. Jüngste Studien haben jedoch gezeigt, dass Mikroglia auf ihre neuronale Umgebung reagieren und aktiv die Bildung und Erhaltung von neuronalen Verknüpfungen, über die eine Nervenzellen mit einer Nachbarnervenzelle Kontakt aufnimmt, beeinflussen. Darüber hinaus haben genomweite Assoziationsstudien mehrere krankheitsbezogene Gene beschrieben, die mit der Funktion von Mikroglia in Zusammenhang gebracht werden. Damit stellt sich die Frage, wie Mikroglia wissen, wann sie Elemente eines neuronaler Schaltkreises verändern sollen, ohne eine Störung hervorzurufen.

Wir stellen uns dieser Frage, indem wir die Netzhaut (Retina) von Säugetieren als Modell verwenden. Die Retina besteht aus morphologisch klar definierten Zelltypen, deren Nervenzellverbindungen und funktionalen Eigenschaften genau beschrieben sind. In mehreren vererbten degenerativen Netzhauterkrankungen wurde eine Aktivierung der Mikroglia beschrieben, jedoch ist deren Einfluss im Krankheitsverlauf bislang unbekannt. Um diese Frage zu lösen, verbinden wir Techniken aus der Molekularbiologie, Virologie, Genomik und (Epi-)Genetik, sowie rechnerische und bildgebende Verfahren. Zusätzlich programmieren wir menschliche, pluripotente Stammzellen zu dreidimensionalen Netzhautstrukturen um, um so krankheitsrelevante Aspekte beim Menschen zu untersuchen. 

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Kontakt
Sandra Siegert
Institute of Science and Technology Austria (IST Austria)
Am Campus 1
A-3400 Klosterneuburg
Austria

E-mail: sandra.siegert@remove-this.ist.ac.at
Tel: +43-(0)2243 9000-3050

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Team
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Siegert Gruppe

Ausgewählte Publikationen

  • Siegert S, Gross Scherf B, Del Punta K, Didkovsky N, Heintz N, Roska B, “Genetic address book for retinal cell types” , Nature Neuroscience 2009 Sep; 12(9): 1197-204, Nature neuroscience cover story
  • Siegert S, Cabuy E, Gross Scherf B, Kohler H, Panda S, Le, Y-Z, Fehling HJ, Gaidatzis D, Stadler M, Roska B, “Transcription factor code and disease map for retinal cell types”, Nature Neuroscience 2012 Jan; 15(3): 487-95
  • Siegert S, Seo J, Kwon EJ, Rudenko A, Cho S, Wang W, Flood Z, Martorell AJ, Ericsson M, Mungenast AE, Tsai L-H, “The schizophrenia risk gene miR-137 alters presynaptic plasticity”, Nature Neuroscience 2015 Jul; 18(7): 1008-16.

Eine vollständige Publikationsliste finden Sie auf der Gruppenwebsite.

Karriere

Seit 2015 Assistant Professorin, IST Austria, Klosterneuburg, Austria
2011–2015 Postdoktor-Forscherin, MIT, The Picower Institute for Learning and Memory, Cambridge/MA, USA (bei Li-Huei Tsai)
2005–2010 PhD-Studierende, Friedrich-Miescher-Institut für biomedizinische Forschung, Basel (bei Botond Roska)
2004–2005 Diplomstudierende, Paul-Ehrlich Institute, Federal Institute for Vaccines and Biomedicines, Langen (bei Barbara Schierle)
2000–2005 Grundstudium in Biologie (Schwerpunkt: Mikrobiologie, Biochemie, Neurobiologie), Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt/Main

Ausgewählte Auszeichnungen

2016 ERC Starting Grant
2013 SWISS OphthAWARD
2012 Human Frontier Science Program (HFSP)-Langzeitförderung
2011 Molecular Biology Organization (EMBO)-Langzeitförderung
2011 Swiss National Science Foundation (SNSF)-Stipendium für zukünftige Forscher

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