20. April 2017

Breite Unterstützung für den „March for Science“

Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen und das BMWFW rufen zur aktiven Teilnahme am Wiener Demonstrationszug am 22. April 2017 auf.

Ausgehend von den Vereinigten Staaten findet am 22. April 2017 an zahlreichen Orten weltweit der „March for Science“ statt. Ziel der Initiative ist es, ein starkes und sichtbares Zeichen für die Freiheit und Offenheit der Wissenschaften sowie gegen antidemokratische und wissenschaftsfeindliche Handlungen zu setzen.

Die jüngsten Entwicklungen in den Vereinigten Staaten und in Europa, die wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren oder gar leugnen, Wissenschafterinnen und Wissenschafter an den Pranger stellen, sie für ideologische Zwecke instrumentalisieren oder ihnen schlichtweg die Existenzgrundlagen entziehen, sind Anlass zu großer Sorge.

Wissenschaft beruht auf nachprüfbaren Fakten und gut begründeten Argumenten. Sie ist keine Frage des Glaubens. Umso alarmierender erscheinen daher Aussagen und Handlungen von Einzelnen oder Gruppen weltweit, die diesen Prinzipien zuwiderlaufen. Eine „postfaktische Gesellschaft“, die Entscheidungen nur mehr von Stimmungen, Meinungen oder gar offenkundigen Lügen abhängig macht, stellt die großen politischen, sozialen, kulturellen, technischen und wirtschaftlichen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte in Frage. Ein wesentlicher Garant für die konstruktive Weiterentwicklung von Gesellschaften war, ist und bleibt eine freie, unabhängige sowie internationale Wissenschaft und ihre kritische und evidenzbasierte Reflexionsfähigkeit.

Zugleich müssen wir uns grundsätzlichen Fragen zuwenden: Wie geht eine Gesellschaft mit Wissen um, das vorhanden ist, aber nicht zugänglich gemacht wird? Wie befördern wir jenes Wissen, welches wir dringend benötigen, woran aber kein Interesse besteht? Hierfür benötigt es eine noch deutlichere Öffnung der Wissenschaft sowie einen intensiven Diskurs mit der Gesellschaft.

„Am 22. April gehen wir gemeinsam gegen alternative Fakten und systematische Lügen und für den Geist der Aufklärung und die Freiheit der Wissenschaft auf die Straße“, so uniko-Präsident Oliver Vitouch im Namen der Allianz.

„Die Freiheit der Wissenschaft ist eine elementare Grundlage unserer Demokratie. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind Orte der kritischen Auseinandersetzung, der Toleranz und des freien Denkens. Umso wichtiger sind Initiativen, die für eine offene und freie Wissensgesellschaft eintreten“, ergänzt Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Vienna March for Science

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen und das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstützen diese wichtige Initiative ausdrücklich und rufen zur aktiven Teilnahme insbesondere beim „Vienna March for Science“ auf. Dieser österreichische Beitrag zum weltweiten Demonstrationszug startet am Samstag, den 22. April, um 13 Uhr beim Sigmund-Freud-Park zwischen Votivkirche und Universität Wien.

Gemeinsam gilt es, eine weltumspannende Nachricht zu senden, dass einer freien und unabhängigen Wissenschaft eine zentrale und nicht zu relativierende Rolle einzuräumen ist.

Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen ist eine Plattform für den regelmäßigen Dialog zu Fragen der Wissenschaftspolitik. Mitglieder der Allianz sind Thomas Henzinger (Institute of Science and Technology Austria), Helga Nowotny (ad personam), Klement Tockner (FWF Der Wissenschaftsfonds), Oliver Vitouch (Österreichische Universitätenkonferenz) sowie Anton Zeilinger (Österreichische Akademie der Wissenschaften). Die Vorsitzführung der Allianz wechselt jährlich, 2017 obliegt sie Klement Tockner vom FWF.

Weitere Informationen unter http://www.sciencemarchvienna.at/