31. Mai 2012

IST Austria gibt zwei weitere Bestellungen bekannt

PflanzenbiologInnen verstärken das Feld der Life Sciences am IST Austria • Mit den beiden ERC Preisträgern nun 24 ProfessorInnen am IST • Präsident Henzinger: „Signal für die andauernde Anziehungskraft von IST Austria“



Präsident Thomas Henzinger hat heute die Bestellung von zwei weiteren ProfessorInnen am IST Austria bekannt gegeben. Eva Benková und Jiří Friml sind die ersten PflanzenbiologInnen am Institut und erweitern so das Feld der biologischen Forschung am IST Austria. Die neuen ProfessorInnen werden ihre Arbeit am IST Campus im Herbst 2012 nach der Fertigstellung des zweiten Laborgebäudes aufnehmen, Benková als Assistant Professor und Friml als Professor. Mit Benková und dem Körber-Preisträger Friml steigt die Zahl an PreisträgerInnen des European Research Council (ERC Grants) am IST Austria auf 10 von 24 ProfessorInnen.

Präsident Thomas Henzinger zeigte sich hoch erfreut: „Ich bin sehr froh, dass diese beiden ausgezeichneten WissenschaftlerInnen sich dafür entschieden haben, sich in dieser wichtigen Entwicklungsphase dem IST anzuschließen. Ihr Forschungsfeld wird eine hervorragende Erweiterung unser bereits bestehenden Qualitäten in den Life Sciences sein. Durch ihre Herkunft in der Tschechischen Republik und in der Slowakei repräsentieren sie auch das exzellente wissenschaftliche Potenzial Mitteleuropas und die starken Verbindungen, die IST mit dieser Region entwickelt hat.“

Eva Benková studierte Molekularbiologie und Genetik an der Masaryk Universität in Brno, (Tschechische Republik). Benková erwarb 1998 ihr Doktorat in Biophysik am Institut für Biophysik der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik. Nach drei Jahren als Postdoc am Max-Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln ging Benková an das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen in Tübingen. Seit 2007 ist Benková Gruppenleiterin an der Abteilung für Pflanzensystembiologie des Flandern Instituts für Biotechnologie (VIB) in Gent, Belgien. 2007 wurde Eva Benková ein ERC Starting Grant für ihre Arbeit "Hormonal cross-talk in plant organogenesis" verliehen.
 
Eva Benková erforscht Hormone in Pflanzen anhand der Wurzelentwicklung von Arabidopsis. Mit ihrer Forschung versucht sie die molekularen und zellulären Mechanismen zu enträtseln, die Signalnetzwerken der Pflanzen und der Interaktion und Wechselwirkung hormoneller Signalwege zugrundeliegen. In den letzten Jahren hat Eva Benková Mutanten identifiziert, deren hormonelle Signalwege in der Wurzelentwicklung beeinträchtigt sind. In Zukunft wird ihre Forschung diese Mutanten sowie  molekulare, genetische und theoretische Zugänge verbinden, um die noch unbekannten Mechanismen der hormonellen Signale und ihre Interaktionen zu ergründen. Eva Benkovás Intention ist es, allgemeine Mechanismen der Koordination von Entwicklungsprozessen nicht nur in Pflanzen, sondern auch in anderen biologischen Systemen aufzuzeigen. 

Jiří Friml schloss 1997 sein Diplomstudium (M.Sc.) in Biochemie an der Masaryk Universität in Brno (Tschechische Republik) ab. Danach absolvierte er ein Studium der Biologie an der Universität Köln, das er 2000 mit dem PhD-Titel abschloss. 2002 erwarb er ein zweites Doktorat für Biochemie der Masaryk Universität. Ebenfalls 2002 wurde Friml Gruppenleiter am Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen in Tübingen wurde. 2006 erhielt er eine Professur am Plant Cell Biology Department der Universität Göttingen. 2007 wechselte Friml als Professor an das Flandern Institut für Biotechnologie (VIB) in Gent (Belgien). 2011 wurde ihm ein ERC Starting Grant für seine Forschung zur Polarität und subzellulären Dynamik in Pflanzen zuerkannt. Jiří Friml wurde 2010 mit dem Körber European Science Award ausgezeichnet, im selben Jahr zum EMBO Mitglied und 2011 zum AAAS Fellow gewählt. Mit dem Körber Preis werden herausragende und exzellente, in Europa tätige ForscherInnen ausgezeichnet; der Preis gilt als einer der angesehensten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Europa.

Jiří Friml untersucht die Integration von Signalen während der Pflanzenentwicklung. Mithilfe einer Kombination von genetischen Methoden und hochauflösender Mikroskopie erforscht er, wie externe Signale (wie etwa Licht oder die Gravitation) mit Zellpolarität und intrazellulärem Transport integriert und in die Entwicklung der Pflanze übersetzt werden. Mit seiner Arbeit versucht Jiří Friml die zellulären und molekularen Mechanismen zu erforschen, die die Entwicklung von Pflanzen mit einzigartigen Fähigkeiten der Adaption ausstatten. Sein interdisziplinäres Forschungsprogramm ist am Schnittpunkt der molekularen Physiologie, der Zell-und Entwicklungsbiologie und der Evolutionsbiologie positioniert.

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