ForscherInnen des IST Austria entwickelten eine Balancierstation für den neuen Spielplatz Hagenbachklamm, der auf spielerische Weise Wissenschaft vermittelt. Die Kinder folgen der „Schlauen Spur“ der Ameisen auf der Balancierstation. Auf einer erklärenden Tafel erfahren sie, was ein „Ameisenalgorithmus“ bedeutet  und was das mit den Computerwissenschaften zu tun hat. Die ersten Kinder – und Erwachsenen - haben die Balancierstation anlässlich der offiziellen Eröffnung des Spielplatzes in Unterkirchbach am 25. Mai 2013 bereits getestet. Testurteil: das macht Spaß!

Klosterneuburg am Abend

Ameisen wählen erstaunlich rasch die kürzeste Route, um alle Stationen auf dem Weg zwischen Nest und Futterquelle nur einmal zu besuchen. Diese ideale Route lässt sich berechnen und wird als „Ameisenalgorithmus“ bezeichnet. Indem du deine Schritte zählst, kannst du selbst überprüfen, ob eine andere Route kürzer ist als die Ameisenspur.

Eine ähnliche Fragestellung taucht in den Computerwissenschaften mit dem sogenannten „Problem des Handlungsreisenden“ (auf Englisch als „Travelling Salesman Problem“ [TSP] bekannt) auf. Der Handlungsreisende hat eine genau festgelegte Zahl von Städten zu besuchen. Um Zeit und Fahrtkosten zu sparen, muss er sich überlegen, welcher Weg zwischen diesen Städten die kürzeste Route darstellt. Je mehr Städte er besuchen muss, desto schwieriger ist die Lösung.

Dieses Problem wurde 1930 erstmals vom österreichischen Mathematiker Karl Menger so definiert: „Wir bezeichnen als Botenproblem die Aufgabe, für endlich viele Punkte, deren paarweise Abstände bekannt sind, den kürzesten die Punkte verbindenden Weg zu finden“. Das „Problem des Handlungsreisenden“ spielt noch immer eine wichtige Rolle in der Logistik (wenn es darum geht, optimale Fahrtrouten für LKW-Transporte zu entwickeln) oder beim Design von Computerchips, deren Verarbeitungsgeschwindigkeit von den Wegen zwischen den Halbleitern abhängt.

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