IST Präsident Thomas Henzinger

Im Jahr 2006 beschloss das österreichische Parlament mit großer Mehrheit, das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) als Beitrag zur Stärkung der Rolle Österreichs in der internationalen Forschung zu gründen. Ich war damals Professor an der EPFL Lausanne in der Schweiz und nahm die Nachricht mit einer Mischung aus Überraschung und Ungläubigkeit auf. Erst später, als ich das Baugelände besuchte und den Exekutivausschuss des neuen Instituts – darunter Haim Harari, den Vorsitzenden, sowie Claus Raidl und Anton Zeilinger – kennenlernte, begann ich zu verstehen, dass das Vorhaben ernst gemeint war und genau so umgesetzt werden sollte, wie ich selbst bei der Gründung eines erstklassigen Instituts für Grundlagenforschung verfahren würde. Meine anfängliche Skepsis verwandelte sich bald in Stolz, dass ein solch kühnes Projekt in Österreich möglich war, und ließ den Wunsch in mir reifen, Teil davon zu sein.

Derzeit sind wir dabei, den von Haim Harari, Olaf Kübler, and Hubert Markl ausgearbeiteten Plan umzusetzen, um einige der weltbesten WissenschaftlerInnen nach Österreich zu holen. Wir können nicht mit der langen Geschichte und der gesicherten Zukunft bestehender europäischer oder amerikanischer Institutionen aufwarten. Ebenso wenig können wir die Ressourcen der neu gegründeten Universitäten in Asiens bereitstellen. Was aber können wir WissenschaftlerInnen, die weltweit gefragt sind, anbieten? Meiner Meinung nach besteht die Einzigartigkeit des IST Austria darin, dass es einem Jungunternehmen gleicht, das drei wichtige Erfolgsmerkmale besitzt: unabhängigen Forschergeist, hohe Ambitionen und erfahrene GründerInnen. Ich selbst bin von dieser Mischung angezogen worden und werde alles unternehmen, das Institut so zu formen, um die Anziehungskraft auch für andere spürbar zu machen.

Professor Thomas A. Henzinger, IST Austria Präsident