24. August 2016

Neue historische Studie zu NS-Medizinverbrechen in Gugging veröffentlicht

Herwig Czech erweitert Studie zu NS-Medizinverbrechen in Heil- und Plegeanstalt Gugging | Studie im Auftrag von IST Austria entstanden | Mahnmal von Dorothee Golz auf Campus errichtet

Das Exekutivkomitee des Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) beauftragte im Herbst 2007 den Wiener Historiker Herwig Czech mit der Erstellung einer Studie über die NS Medizinverbrechen in der Heil- und Pflegeanstalt Gugging. Vor der Gründung des Forschungsinstituts war eine andere Einrichtung auf dem Gelände untergebracht. Es handelte sich um ein Krankenhaus des Landes Niederösterreich für Neurologie und Psychiatrie, das rund 120 Jahre lang in Betrieb war. Zwischen 1939 und 1945 war es der Schauplatz unverzeihlicher Medizinverbrechen von NS-Ärzten. Ca. 2.500 Patienten jeden Alters wurden ermordet. Die einen im Krankenhaus, entweder vorsätzlich oder durch Grausamkeit beziehungsweise Vernachlässigung; die anderen durch Deportation in Zentren der Vernichtung. Herwig Czech schloss die Erstfassung der Studie 2008 ab und präsentierte zusätzlich Forschungsergebnisse  bei der ersten IST Austria Commemoration Lecture 2014. Die erweiterte Fassung seiner Studie auf Deutsch und Englisch kann ab sofort auf der Website memorialgugging.at heruntergeladen werden.

Czechs Studie wurde den an einem Wettbewerb teilnehmenden KünstlerInnen als Ausgangspunkt für ihre Überlegungen zu einem Mahnmal übermittelt. Der Entwurf von Dorothee Golz wurde 2008 von einer internationalen Jury ausgewählt. Ihr Mahnmal wurde im bewussten Kontrast zu der friedvollen und gelassene Atmosphäre des neuen wissenschaftlichen Institut errichtet, das auf diesem Gelände angelegt wurde.  Dieses den Opfern gewidmet Mahnmal befindet sich im Park des IST Austria-Campus und ist zu jeder Zeit öffentlich zugänglich.