26. April 2022

2,5 Millionen Euro Förderung für ISTA-Forscher Nick Barton

ERC-Förderung unterstützt Wissenschafter:innen dabei, die Entwicklung von Genomen besser zu verstehen.

Eine Gruppe von Evolutionsbiolog:innen des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) entwickelt neue statistische Methoden, die die reichhaltige Struktur von genetischen Daten erfassen. Für dieses Unterfangen erhielten sie jetzt 2,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC).

Genetische Informationen werden auf langen DNA-Strängen übertragen. Jedes Individuum, ob Pflanze, Tier oder Mensch, trägt ein Mosaik von Genom-Blöcken, die es von seinen Vorfahren geerbt hat. Seit kurzem ist es möglich, große Proben ganzer Genome zu sequenzieren, was es Wissenschafter:innen erlaubt, Rückschlüsse auf die Geschichte der Population zu ziehen und herauszufinden, welche Teile eines Genoms die Stärke des jeweiligen Organismus beeinflussen. Nick Barton und seine Gruppe von Forscher:innen am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) entwickeln mathematische Modelle, um grundlegenden Fragen der Evolution zu untersuchen. Zum Beispiel: Wie bilden sich neue Arten und was begrenzt die Anpassung? Nun hat die Gruppe eine Förderung von 2,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) erhalten, um noch tiefer in die Materie einzutauchen.

Neue Methoden

„Dieser Zuschuss wird es uns ermöglichen, neue statistische Methoden zu entwickeln, die die reichhaltige Struktur genetischer Daten erfassen und die Grenzen dessen aufzeigen, was sich daraus ableiten lässt“, sagt Professor Nick Barton. Er und sein Team werden diese Methoden anhand ihrer Langzeitstudie über eine Hybridzone testen. In einer solchen Zone kreuzen sich zwei unterschiedliche Pflanzenarten. In der Studie trennen die Forscher:innen die Populationen von Löwenmäulchen (Antirrhinum) mit unterschiedlicher Blütenfarbe voneinander. Das Team verfolgt die Verteilung der Pflanzen und die Beziehungen zwischen ihnen bereits seit mehr als zehn Jahren. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Unterstützung für dieses anspruchsvolle Projekt erhalten haben“, freut sich Barton über die Förderung.

Lange Karriere in der Wissenschaft

Nick Barton begann seine Arbeit als Professor am ISTA im Jahr 2008. Er schloss sein Studium an der University of East Anglia in Norwich (Großbritannien) ab und arbeitete später an der Cambridge University, am University College (London) und an der University of Edinburgh. Seit 2001 ist er Präsident der Society for the Study of Evolution. Barton lebt derzeit in der Wienerwald-Region.

Nick Barton © Nadine Poncioni ISTA
Nick Barton. Der Evolutionsbiologe leitet seit 2008 eine Forschungsgruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA). ©Nadine Poncioni/ISTA


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