13. Juli 2022

Eine Brücke für die Wissenschaft

Feierliche Eröffnung der modernen Michael Gröller-Brücke beim ISTA in Klosterneuburg

Brücke3 ISTA V2
Die Ehrengäste waren begeistert vom modernen Design der Michael Gröller-Brücke, die das ISTA mit dem IST-Park verbindet. © ISTA

Brücken haben beim Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg eine große Bedeutung, versucht man dort doch verschiedene Forschungsdisziplinen miteinander zu verbinden. Am Campus des Institutes gibt es deshalb viele Brücken zwischen den Forschungsgebäuden, um den Austausch einfacher zu machen. Nun kam eine neue Brücke hinzu, die den Campus mit dem Tech-Park verbindet. Diese wurde heute von Landeshauptfrau Mikl-Leitner, Wissenschaftsminister Polaschek und weiteren Ehrengästen eröffnet. Benannt ist sie nach Michael Gröller, einem der verlässlichsten Unterstützer des ISTA.

Wie zwei flexible graue Bänder schwingt sich die neue, moderne Brücke über die Kierlinger Hauptstraße in Gugging bei Klosterneuburg. Vom Administrationsgebäude des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) hin zum Tech-Park auf der anderen Straßenseite. 45 Meter weit, 110 Tonnen schwer und seit heute, dem 11. Juli, frei zugänglich. Eröffnet wurde die Fußgänger:innenbrücke nun feierlich von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Wissenschaftsminister Martin Polaschek, dem Klosterneuburger Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Architekt Ramón Vilalta und weiteren Ehrengästen.

Meilenstein für das Institut

Brücke1 ISTA V2
Feierliche Eröffnung. Die Michael Gröller-Brücke wurde eröffnet durch (v.l.) Architekt Ramón Vilalta und Kollegin Carme Pigem, ISTA-Kuratoriumsvorsitzenden Claus Raidl, Wissenschaftsminister Martin Polaschek, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ISTA-Präsident Thomas Henzinger, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Managing Director des ISTA Georg Schneider. © ISTA

„Das ISTA prägt den Campus Klosterneuburg und natürlich auch den gesamten Wissenschaftsstandort Niederösterreich. Das Forschungsinstitut mit Weltrang hat eine enorme internationale Strahlkraft, die die besten Forscherinnen und Forscher der Welt anzieht. Die positive Entwicklung im letzten Jahrzehnt war beispiellos und von vielen Erfolgen begleitet. Es freut mich, dass wir heute den Geschichtsbüchern des ISTA ein weiteres Kapitel hinzufügen können“, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner, als sie das Band zur Brücke unter dem Applaus der Anwesenden durchschnitt. Sie spielte hier auf das stetige Wachstum des ISTA-Campus an. Denn erst im September 2021 wurde das Sunstone-Building mit seiner modernen Bibliothek, der Graduate School und zahlreichen Büro- und Laborräumen eröffnet. Und derzeit wird am Moonstone-Building gebaut, in dem ab 2023 weitere Forschungsgruppen unterkommen sollen.

Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek: „Die neue Michael-Gröller-Brücke ist mehr als nur eine Fußgängerbrücke. Sie verbindet das Technologiezentrum mit dem ISTA-Campus. Mit dieser Bücke wird somit physisch umgesetzt was das Institute of Science and Technology (ISTA) bereits seit 15 Jahren tut: Es ist seit jeher Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Innovation, Idee und Zukunft. Diese Brücke ist somit Symbol für dieses ausgezeichnete Zusammenspiel zwischen Forschung und Anwendung. Ich bin tief beeindruckt vom Erfolg dieses noch jungen Instituts, das in kürzester Zeit zu einem international hoch angesehenen Zentrum für Wissenschaft, Forschung und Innovation herangewachsten ist. Auch hier baut das ISTA Brücken – mit interdisziplinären PhD- und Doktoratsprogrammen, die die Grenzen zwischen den Disziplinen überschreiten.“

Modernstes Design

Brücke4 ISTA (17) V2
Zwei Wege. Die Brücke besteht aus zwei separaten Stegen. Einer führt zum Administrationsgebäude des ISTA, der andere zum Gehsteig davor. © ISTA

Um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wurden die Bauteile der Michael Gröller-Brücke stets nachts angebracht. So stellten die beteiligten Firmen sicher, dass die Kierlinger Hauptstraße am Morgen wieder wie gewohnt für Busse, Laster und PKW befahrbar war. Optisch verleiht die neue Brücke der Umgebung ein futuristisches Flair, ohne aufdringlich zu wirken. Architekt Ramón Vilalta erörtert seine Vision: „Die Fußgänger:innenbrücke bei der Zufahrt zum Campus des Institute of Science and Technology Austria verbindet zwei Wege, zwei Dimensionen, zwei Situationen, viele Ströme: Fußgänger:innen, Fahrräder, angepasste Kreisläufe und so weiter. Sie faltet sich in zwei Teile. Sie erzeugt eine Bewegung, wie ein ausgefranstes Band. Zwei U-Profile aus Stahl verbinden sich, trennen sich und nehmen unterschiedliche Wege, Bewegungen und Dimensionen an. Die Einfachheit und der Reichtum einer knappen, dem Ort angemessenen Geste. Als Menschen sind wir keine isolierten Wesen, sondern stehen in Beziehung zueinander. Wir beziehen uns sowohl auf die physische Welt als auch auf Menschen: Familie, Freund:innen, Kolleg:innen, … Beziehung ist also die wichtigste Handlung. Das ist es, was dieser schlanke Steg symbolisiert.“

Auch ISTA-Präsident Thomas Henzinger zeigte sich von der Architektur begeistert: „Die Brücke, die unser Institut mit dem IST-Park verbindet, ist ein weithin sichtbarer Blickfang, der sich elegant über die Kierlinger Hauptstraße schlingt. Das Bauwerk sorgt nicht nur für die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern, sondern steht symbolisch auch für die Verbindung des Instituts zum IST-Park auf der anderen Straßenseite. Beides – der Forschungscampus auf der Nordseite der Kierlinger Hauptstrasse und der Industriepark auf der Südseite – werden weiterwachsen und rücken mit dieser Brücke zusammen.”

Neues Wahrzeichen für Gugging

Brücke5 ISTA (33) V2
Wie eine Ballerina. Der Fußgänger:innensteg verläuft geschwungen über die B14 und ist den Bewegungen einer Ballerina beim Tanz nachempfunden. © ISTA

Die Brücke rückt aber nicht nur Campus und Tech-Park näher zusammen, sondern ermöglicht auch den Anwohner:innen eine sichere und bequeme Überquerung der Kierlinger Hauptstraße. Managing Director des ISTA, Georg Schneider, fand dafür dankende Worte: „Ich möchte mich im Namen unseres Instituts besonders bei Landeshauptfrau Mikl-Leitner und dem Land Niederösterreich bedanken. Denn die neue Fußgänger:innenbrücke kommt nicht nur unserem Institut zugute, sondern auch der Allgemeinheit. Das Architekturbüro RCR Arquitectes wurde mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet. In der Architekturbranche gilt dieser Preis als eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen und die Brücke kann zurecht als architektonisches Wahrzeichen bezeichnet werden.“

Die Brücke über die B14 ist nach dem österreichischen Unternehmer Michael Gröller benannt. Gröller ist seit der Gründung des ISTA einer der verlässlichsten Unterstützer der Forschung auf dem Campus in Klosterneuburg. In Anerkennung und Würdigung seiner langjährigen Unterstützung trägt die Brücke seinen Namen. Zuletzt hat die „Michael Gröller Foundation” eine Million Euro an das ISTA gespendet.

Michael Gröller war lange Jahre Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender, danach Aufsichtsratsvorsitzender der Mayr-Melnhof Karton AG, einer führenden Gruppe der heimischen Papierindustrie. Weiters war er im Aufsichtsrat zahlreicher österreichischer Unternehmen. Zusätzlich zu diesen Funktionen war er Präsident der Dachverbände der heimischen und der europäischen Papierindustrie sowie viele Jahre im Vorstand der Industriellenvereinigung. Gröller ist seit seinem Wechsel in den Aufsichtsrat der Mayr-Melnhof Karton AG 2002 als Unternehmer und Investor tätig. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ist Gröller als privater Wohltäter aktiv, etwa im Vorstand des Vereins Vinzenzgemeinschaft St. Stephan, dem Trägerverein der VinziRast-Einrichtungen.

ISTA-Präsident Thomas Henzinger: „Die Benennung der Brücke nach Michael Gröller ist deswegen so symbolträchtig, weil sie für die Beziehung zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung steht. Auf dieser Verbindung beruht unser Wohlstand. Darüber hinaus belegt die Spende der ‚Michael Gröller Foundation‘, dass wir auf dem besten Weg sind, philanthropische Spenden in Österreich als Mittel der Forschungsfinanzierung zu etablieren.“



Teilen

facebook share icon
twitter share icon
back-to-top icon
Nach Oben