2. November 2021

László Erdős wird Fellow der American Mathematical Society

IST Austria-Professor wird für seine mathematische Grundlagenforschung zu ungeordneten Quantensystemen geehrt

Mathematician László Erdős receives the Erwin Schrödinger Prize. © IST Austria
Neuer Fellow der American Mathematical Society. Der Theoretiker László Erdős wird mit der Aufnahme für seine Beiträge zu ungeordneten Quantensystemen ausgezeichnet. © IST Austria

Für den Jahrgang 2022 wurden 45 internationale Mathematiker_innen wurden zu Fellows der angesehenen American Mathematical Society (AMS) ernannt. Unter ihnen ist Professor László Erdős, dessen Gruppe am Institute of Science and Technology (IST) Austria die grundlegende Mathematik von Zufallsmatrizen und ungeordneten Quantensystemen erforscht.

László Erdős, Professor am IST Austria, wurde für seine „Beiträge zu ungeordneten Quantensystemen, insbesondere die Wigner-Dyson-Metha Universalitätsvermutung für Wigner-Matrizen” zum Fellow der American Mathematical Society (AMS) gekürt. Mit 30.000 Mitgliedern und 570 Institutionen gilt die AMS als die wichtigste mathematische Gesellschaft der Welt. Typischerweise ist die Mehrheit der Fellows in den Vereinigten Staaten ansässig. „Besonders, da ich die USA vor achtzehn Jahren verlassen habe, ist es eine große Ehre, in den renommierteste Kreis der Vereinigung gewählt zu werden“, sagt Erdős. Zu seinen Aufgaben als Fellow wird es gehören, die Präsidentin und den Rat der AMS in öffentlichen Angelegenheiten und Initiativen zur mathematischen Ausbildung und Forschung zu beraten. 

Ein Lebensweg der Neugierde

László Erdős, Mathematik-Alumni der Lorand Eötvös Universität in Budapest, promovierte an der Princeton University. Bereits während seiner Postdocs an der ETH Zürich und am Courant Institute der New York University untersuchte er grundlegende Eigenschaften ungeordneter Systeme. Es folgten Professuren am Georgia Institute of Technology und an der LMU München. Die Arbeiten seiner Gruppen ebneten den Weg für die breite Anwendung der Theorie, zum Beispiel für die Berechnung von Energieniveaus schwerer Atomkerne, für die Telekommunikation und die Analyse von Big-Data-Statistiken. Seit 2013 ist er Professor am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria). „Die Auszeichnung ist auch ein Erfolg der Praxis am IST, regelmäßig geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu nominieren“, würdigt der neue Fellow seine Kolleg_innen. „Unser External Award Commitee ist dafür verantwortlich, und es leistet großartige Arbeit! Um eine Auszeichnung zu erhalten, ist die Nominierung immer der erste Schritt.“ Anfang dieses Jahres erhielt Erdős bereits den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und wurde mit einem der begehrten Förderungen des Europäischen Forschungsrats (ERC) ausgezeichnet.

Die Aktivitäten der American Mathematical Society

Die AMS dient als Netzwerk für Mathematiker_innen in aller Welt. Sie verfügt über gut etablierte Journale und renommierte Preise und organisiert eine Vielzahl von Aktivitäten. „2017 reiste ich nach Atlanta zur jährlichen Karrieremesse der AMS, um für das Graduiertenprogramm am IST Austria zu begeistern“, erinnert sich Erdős. „Dort liefen Hunderte oder sogar Tausende von angehenden Studierenden herum und sprachen mit hochrangigen Professor_innen von allen möglichen Universitäten. Das schiere Ausmaß der Aktivitäten und die Dynamik waren überwältigend.“ Darüber hinaus betreibt die AMS die Jobplattform mathjobs.org und die Datenbank mathscinet für mathematische Publikationen, sie überwacht die Gehälter von Fachleuten, verwaltet Datenbanken über abgeschlossene Promotionen in US-Instituten und verfolgt Stellenbesetzungen. In ihrer langen Geschichte hat sie zahlreiche politische Strategieempfehlungen zu den Themen Mathematikausbildung und -forschung formuliert, deren Einfluss auf die Mathematik weltweit ausstrahlt.



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