4. September 2013

Mendel Medaille an IST Austria Professor Nick Barton

Die deutsche Leopoldina vergibt Mendel-Medaille an Evolutionsgenetiker Nick Barton: „Wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung von Darwins Erkenntnissen“ • IST Austria Präsident Thomas Henzinger würdigt Preisträger als „Pionier“

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zeichnet Nicholas H. Barton mit der Mendel-Medaille aus. Damit würdigt die Akademie die herausragende wissenschaftliche Arbeit des Forschers auf dem Gebiet der Populationsgenetik. Die Mendel-Medaille wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am Freitag, den 20. September 2013, in Halle (Saale) überreicht.

Präsident Thomas Henzinger beglückwünschte in einer ersten Reaktion Barton zu dieser Auszeichnung: “Nick Barton war schon immer ein Pionier, sei es in seiner wissenschaftlichen Arbeit oder als erster Professor am IST Austria. Ich gratuliere diesem hervorragenden Forscher und freue mich auf weitere Pioniertaten.”

Prof. Dr. Nicholas H. Barton (Jahrgang 1955) ist einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der evolutionären Populationsgenetik. Seine Arbeit gilt als wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung von Charles Darwins rund 150 Jahre alten Erkenntnissen über evolutionäre Mechanismen. Bartons Forschung trägt maßgeblich dazu bei zu verstehen, wie Arten sich anpassen und wie sie sich in neue Arten aufspalten. Um diese Abläufe zu ergründen, untersucht Barton unter anderem die räumliche Untergliederung von Populationen. Insbesondere interessieren ihn die Grenzgebiete zwischen verschiedenen Populationen, in denen sich das Erbgut hybridisiert, also vermischt. In seinen jüngsten Untersuchungen hat der Forscher gezeigt, wie man Selektionseffekte und die Struktur von Populationen anhand von DNS-Proben aufdecken kann. Dabei sind unter anderem die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Genen von Interesse. Diese beeinflussen, wie Arten entstehen und wie Populationen auf Selektion reagieren. Nicholas H. Barton ist für seine wissenschaftlichen Leistungen mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit der Darwin-Wallace-Medaille der Linné-Gesellschaft und der Darwin Medal der Royal Society of London. Barton ist seit 2008 Professor am Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg bei Wien.

Die Mendel-Medaille wurde 1965 zu Ehren Gregor Mendels (1822-1884), dem Begründer der Vererbungslehre, gestiftet. Mit der Auszeichnung würdigt die Leopoldina Pionierleistungen auf dem Gebiet der allgemeinen und molekularen Biologie oder Genetik. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1967) und die Verhaltensforscherin Jane Goodall (1987).

Die Leopoldina nimmt als Nationale Akademie der Wissenschaften Deutschlands mit ihren rund 1500 Mitgliedern zu den wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig und öffentlich Stellung. Sie vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und handelt zum Wohle der Menschen und der Gestaltung ihrer Zukunft.



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