1. Oktober 2013

Michael Sixt zum Professor am IST Austria ernannt

Als erster IST Austria Assistant Professor zum Professor ernannt • Evaluierungskommitee empfiehlt die Berufung des Zellbiologen • Henzinger unterstreicht die Qualitäten von Sixt als Wissenschaftler und als Mitarbeiter des Instituts

Michael Sixt 2014
Michael Sixt.

Michael Sixt wird mit 1. Oktober 2013 zum Professor at IST Austria berufen. Dies ist das Ergebnis der sogenannten tenure evaluation, die im Sommer 2013 durchgeführt wurde. Der Zellbiologe ist der erste Assistant Professor am IST Austria, der dieser Evaluierung unterzogen wurde, die dem leistungsorientierten Karriereentwicklungsmodell des Instituts entsprechend für WissenschafterInnen verpflichtend ist.

Präsident Thomas Henzinger gratulierte Sixt: “Michael Sixt war einer unserer ersten Professoren. Er hat sich als exzellenter Wissenschaftler und hervorragender Gruppenleiter erwiesen, der die Grenzen seines Forschungsfelds erweitert und wesentlich zur Entwicklung des Instituts beigetragen hat.”

Der Prozess der tenure evaluation ist ein zentraler Teil des Karrieremodells für WissenschaftlerInnen am IST Austria, das sich an internationalen Standards orientiert. Vielversprechenden JungwissenschaftlerInnen werden Stellen als sogenannte Assistant Professors angeboten: Damit werden sie unabhängige GruppenleiterInnen für eine Dauer von bis zu sieben Jahren. Mit Ablauf dieser Periode werden vom ProfessorInnenkomittee vertrauliche Berichte über die wissenschaftlichen Leistungen der Assistant Professors von unabhängigen, international tätigen Experten eingeholt. Nach der Durchsicht und Prüfung dieser Berichte entscheidet das Komittee über die Beförderung des Assistant Professors mit einem befristeten Vertrag zu einem Professor mit einem unbefristeten Vertrag. . Die Entscheidung des Komitees basiert auf den wissenschaftlichen Errungenschaften, den Leistungen in der Ausbildung, Begleitung und Unterstützung von Studierenden und Postdocs sowie den Beiträgen im Dienste der Wissenschaft und für das Institut. Vorsitzender des  ProfessorInnenkomittee ist Olaf Kübler von der ETH Zürich.

Die Forschung von Michael Sixt zielt darauf ab, die molekularen und mechanischen Prinzipien der Zellbewegung sowohl auf zellulärer Ebene wie im Gewebe zu verstehen. Zurzeit verwendet er die Migration von Leukozyten als Modellsystem. An diesem untersucht er, wie das interne Zellskelett die Kraft erzeugt, die die Zelle deformiert, und wie diese Kraft an das umgebende Gewebe übertragen wird um die Zelle vorwärts zu bewegen. Diese Forschung soll nicht nur Information zur Zellbewegung von Immunzellen bringen, sondern könnte auch helfen zu verstehen, wie sich andere Zelltypen, unter anderem metastatische Tumorzellen, fortbewegen. Michael Sixt studierte Medizin an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, wo er als Doktorand am Institut für experimentelle Medizin arbeitete und 2002 seinen MD erhielt. Bevor er 2010 an das IST Austria wechselte, arbeitete Sixt als Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, wo er die Peter Hans Hofschneider – Stiftungsprofessur der Stiftung Experimentelle Biomedizin innehatte.  

Sixt wurde 2011 mit einem ERC Starting Grant und dem START-Preis des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet sowie 2012 mit einer Förderung des Human Frontier Science Program sowie dem Ignaz L. Lieben-Prize der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). 2013 wurde Sixt zum Mitglied der Junge Kurie der ÖAW ernannt und 2013 mit der  Young Investigators Medal der European Biophysical Societies’ Association geehrt.

Weitere tenure evaluations von Assistant Professors werden in nächster Zeit folgen. Henzinger abschließend: “Das Karriereentwicklungsmodell von IST Austria bietet vielversprechenden jungen WissenschaftlerInnen volle Unabhängigkeit in einem frühen Stadium ihrer Laufbahn. Dieses Modell ist fordernd und selektiv. Aber es ermöglicht den Assistant Professors die Perspektive einer unbefristeten Professur, so sie die wissenschaftlichen Anforderungen des Instituts nach Exzellenz erfüllen. Dieses Modell ermöglicht es IST Austria im Wettbewerb um die wissenschaftlichen Talente mit weltweit führenden Forschungseinrichtungen zu bestehen.”



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