28. Februar 2013

Nächste Wissenschaftergeneration trifft sich mit führenden Fachkollegen in Wien

Pilotprojekt, mit dem Ziel rund hundert WissenschafterInnen zu versammeln und Diskussionen sowie Interaktion zu ermöglichen.

„Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu“, besagt ein Sprichwort. Das könnte das Leitmotiv für die gemeinsam vom European Research Council (ERC), dem Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) und der Vertretung der Europäischen Kommission organisierte Konferenz sein, die von 28. Februar bis 1. März in Wien und Klosterneuburg stattfindet. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, mit dem Ziel rund hundert WissenschafterInnen (darunter ca. 20 ERC FörderpreisträgerInnen) zu versammeln und Diskussionen sowie Interaktion zwischen WissenschafterInnen unterschiedlicher Forschungsfelder und Länder zu ermöglichen – mit einem Fokus auf Mittel- und Ost-Europas.

Der ERC kann bereits nach kurzer Zeit auf eine wahre Erfolgsgeschichte zurückblicken, und ich freue mich, dass anlässlich der Konferenz „Widening Participation“ so hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Forschung in Österreich zusammenkommen“, so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle.

ERC Präsidentin Prof. Helga Nowotny erklärte: „Ich freue mich, dass die erstmalige Durchführung der „Widening Participation“ Veranstaltung am IST stattfindet. Eine meiner Erwartungen ist es, dass junge WissenschaftlerInnen aus Mittel- und Ost-Europa die Fördermöglichkeiten durch den ERC näher kennenlernen. Ich hoffe, dass diese Pilotveranstaltung ERC-FörderpreisträgerInnen und eine neue Generation von WissenschaftlerInnen zusammenbringt und deren zukünftigen Karriereweg beeinflusst.“ Nowotny führte weiter aus: „Im ERC haben wir begonnen über Maßnahmen nachzudenken, damit die hochkarätigen WissenschaftlerInnen in dieser Region ermutigt werden, sich erfolgreich für ERC Förderung zu bewerben. Das ist unumgänglich, wenn wir in der Wissenschaft eine wirklich europäische Kultur des Wettbewerbs etablieren wollen.“

IST Austria Präsident Prof. Thomas Henzinger stellte fest: „IST Austria ist stolz, Gastgeber der ERC Konferenz „Widening Participation“ zu sein. Als ein neu gegründetes Forschungsinstitut, das erst seit 2009 operativ tätig ist, hat IST Austria enorm durch die ERC Förderprogramme profitiert; 12 unserer 28 ProfessorInnen sind ERC FörderpreisträgerInnen. Der Exzellenzstandard des ERC stellt sicher, dass die Grundlagenforschung in Europa im globalen Wettbewerb bestehen kann.“ Er fügte hinzu: „Da viele unserer ProfessorInnen und Studierenden aus Mittel- und Ost-Europa kommen, freut es uns besonders, unsere Erfahrungen mit dem ERC mit WissenschaftlerInnen und Forschungsinstituten aus diesen Ländern zu teilen.“

Die Anzahl der zuerkannten ERC Preise variiert stark zwischen den Ländern. So bewegt sich die Zahl zwischen 765 (Großbritannien) und einem in Lettland. Unterschiede sind auch in der Erfolgsrate (also im Verhältnis zwischen eingereichten und genehmigten Anträge) zu erkennen, die von 16% und 14% in Ländern wie Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien zu 2% und 1% in Ländern wie Polen, Bulgarien, der Slowakei und Slowenien reicht. Die Zahl der vergebenen Preise spiegelt im Allgemeinen die markanten Unterschiede zwischen Bevölkerungsgröße und der Wirtschaftsleistung der einzelnen Länder wider. Aber die Zahl an Förderpreisen und die Zuerkennungsrate korreliert auch stark mit der Qualität der wissenschaftlichen Publikationen (siehe Anhang) und den unterschiedlichen Niveaus nationaler Investitionen in Forschung und Innovation.

Darüber hinaus dient  der ERC entweder als unmittelbare Model oder als Ideengeber für nationale Förderagenturen in Polen, Frankreich und Spanien. In Slowenien und anderen Ländern werden nationale Fördermittel an die besten Nachgereihten der ERC Ausschreibungen vergeben.

Österreichische Forscherinnen und Forscher profitieren nicht nur von den ERC-Mitteln, die heimische Forschung wurde durch die ERC-Grants auch zunehmend internationaler, betonte Minister Töchterle. Der ERC habe die österreichische Forschungs- und Innovationslandschaft positiv beeinflusst und bereichert: Bisher wurden Forscherinnen und Forscher  in Österreich mit 83 Starting- und Advanced Grants ausgezeichnet, und seit dem ersten Starting Grant-Aufruf im Jahr 2007 wurden insgesamt rund 137 Millionen Euro an österreichische ERC-Institutionen vergeben. Darüber hinaus ist die österreichische ERC-Leistung in eine gut etablierte Infrastruktur auf nationaler Ebene eingebettet, so Töchterle. Insbesondere die gut sichtbaren Instrumente des österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), wie das START-Programm und der Wittgenstein-Preis, wirken sich positiv auf die Erfolge der ERC-Stipendiat/innen in Österreich aus. In Ergänzung versorgt die Forschungsförderungsagentur (FFG) die WissenschaftlerInnen mit Informationen über die Bewerbung für europäische Forschungsförderungsmittel.

Minister Töchterle betont ebenso, dass die Nachbarländer in Ost- und Südosteuropa traditionell wichtige Partner für Österreich sind, gerade im Bereich der Wissenschaft und Forschung. Das Wissenschafts- und Forschungsministerium ist bestrebt, die dynamische Entwicklung in Zentral- und Südosteuropa durch enge Partnerschaften und Förderung der Zusammenarbeit sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler europäischer Ebene zu unterstützen.

Durch die Abhaltung dieser Veranstaltung in Österreich erwartet sich der ERC, dass WissenschaftlerInnen aus Mittel- und Ost-Europa dazu angeregt werden, sich verstärkt für ERC-Förderungen zu bewerben und dadurch ihre Ergebnisse im Wettbewerb um ERC- Mittel verbessern.



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