11. November 2020

Mikhail Lemeshko wird Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW

Der hervorragende Nachwuchswissenschafter und IST Austria-Professor freut sich auf den Austausch mit Forschenden unterschiedlichster Disziplinen.

Mikhail Lemeshko © IST Austria / Nadine Poncioni
Mikhail Lemeshko.
© IST Austria / Nadine Poncioni

Wie wird sich ein neues Material verhalten? Welche Eigenschaften wird es haben und wie kann das beschrieben oder gar vorhergesagt werden? Das möchte Professor Mikhail Lemeshko mithilfe theoretischer Modelle herausfinden. „Ich interessiere mich für ganz normale Sachen wie Atome, Moleküle und Kristalle – mein Bereich ist die theoretische Physik um uns herum“, so der IST Austria-Professor. Als Anerkennung seiner hervorragenden Forschungsleistungen wurde der 35-jährige Physiker nun zum Mitglied der Jungen Akademie der Österreichische Akademie der Wissenschaften gewählt.

Die Junge Akademie besteht aus bis zu 70 bereits etablierten NachwuchswissenschafterInnen unterschiedlichster Disziplinen, die sich in ihrem Feld besonders hervorgetan haben. Ihr Ziel ist es, den wissenschaftlichen Austausch zu fördern und so innovative Forschung zu ermöglichen. „Ich bin als Wissenschafter in einer Physik-Blase aufgewachsen. Am IST habe ich die tolle Möglichkeit, mit Forscherinnen und Forschern der Biologie, der Mathematik oder der Chemie zu sprechen, aber mit den Geisteswissenschaften hatte ich nie viel Kontakt. Ich freue mich darauf, mich jetzt auch mit Geisteswissenschaftern austauschen zu dürfen, denn ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wie sie über wissenschaftliche Probleme denken“, erzählt Mikhail Lemeshko.

Nach drei Jahren als unabhängiger Postdoc an der Harvard Universität, arbeitet Mikhail Lemeshko seit nunmehr sechs Jahren am IST Austria, wo er eine Forschungsgruppe bestehend aus zehn Postdocs und Doktoranden leitet. Hier entdeckte der gebürtige Russe das Quasiteilchen namens „Angulon”. Ein Quasiteilchen ist ein physikalisches Konzept, mit dessen Hilfe komplexe Systeme vereinfacht dargestellt werden. Um etwa Systeme, die aus unzähligen einzelnen Partikeln bestehen, mathematisch zu beschreiben, müssten Physikerinnen und Physiker die Wechselwirkungen von Billionen von Teilchen modellieren. Das ist zeitaufwendig, wenn nicht sogar unmöglich. Mithilfe des Angulon werden Berechnungen ermöglicht, die vorher nicht durchführbar waren. So hilft es, Probleme bei der Speicherung großer Datenmengen, sowie in der physikalischen Chemie und anderen Fachgebieten zu lösen. 2017 wurde Mikhail Lemeshko mit dem Ludwig-Boltzmann-Preis der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet. Seine Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der Physik von Quantenverunreinigungen, die einen Bahndrehimpuls besitzen. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit erklärt Misha Lemeshko auf seinem YouTube Channel sehr unterhaltsam physikalische Themen für Laien.



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