17. September 2019

Peer Review makes the world of science go round

Professorin Daria Siekhaus als eine der besten Reviewer von Developmental Cell nominiert – Peer Review Week von 16. bis 20. September stellt Peer Reviewing ins Rampenlicht

Professor Daria Siekhaus wurde von den Herausgebern von Developmental Cell als eine ihrer besten Reviewer nominiert. © Nadine Poncioni/IST Austria

“Peer Reviewer sind die Wächter wissenschaftlicher Integrität.”

Professorin Daria Siekhaus, Leiterin der Gruppe zur Erforschung invasiver Zellmigration am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), wurde von den Herausgebern des renommierten Journals Developmental Cell, herausgegeben von Cell Press, als eine ihrer besten Reviewer nominiert. Ein Statement von Professor Siekhaus über ihre Peer Reviewing-Philosophie erschien nun in einem „Voices“-Artikel in der aktuellen Ausgabe von Cell. Der Anlass: die heurige fünfte Ausgabe der Peer Review Week — eines globalen Events, das einmal jährlich auf die zentrale Rolle von Peer Reviewing und Peer Reviewern in der wissenschaftlichen Qualitätssicherung aufmerksam machen möchte.

Wir baten Daria Siekhaus um eine Reaktion auf ihre Nominierung — und erfuhren dabei auch, dass Peer Reviewing für die Genetikerin weit mehr ist als ein rein formelles Prozedere im Vorfeld wissenschaftlicher Veröffentlichungen.

Die Währung der Wissenschaft

Professor Siekhaus erforscht am IST Austria, wie sich Zellen innerhalb des komplexen Umfeldes eines Organismus bewegen. Am Modellorganismus der Fruchtfliege Drosophila analysiert ihre Forschungsgruppe den Prozess der Zellmigration und versucht herauszufinden, wie diese reguliert wird. Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden bereits in anerkannten Journalen wie Nature Cell Biology, eLife und Developmental Cell veröffentlicht. Siekhaus schätzt, dass sie im Jahr ca. eine Woche für das Kommentieren und Bewerten im Zuge von Peer Reviewing-Prozessen zu Artikeln ihrer KollegInnen aufwendet. „Die Währung der Wissenschaft sind Paper, also wissenschaftliche Artikel, die in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Wie das Publizieren selbst, betrachte ich Peer Reviewing als einen integralen Teil meines Lebens als Wissenschafterin“, meint Siekhaus. „Zu überprüfen, ob die Daten anderer WissenschafterInnen auf nachvollziehbare Weise gesammelt wurden und tatsächlich die gestellte Forschungsfrage beantworten, ist äußerst wichtig, damit wir auf den Daten der jeweils anderen ForscherInnen aufbauen können. Natürlich müssen auch die gezogenen Schlussfolgerungen vertretbar sein, um die publizierten Ergebnisse erfolgreich in die eigene Arbeit zu integrieren und dadurch Fortschritt im eigenen Fachgebiet erst zu ermöglichen. Peer Reviewer sind sozusagen die Wächter wissenschaftlicher Integrität. Ich empfinde die Nominierung durch Cell Press daher als große Ehre.“

Im Zuge eines Peer Reviewings kommentieren und bewerten “Peers”, also ExpertInnen desselben Fachgebiets die zur Veröffentlichung in Fachzeitschriften, den Journals, eingereichten wissenschaftlichen Artikel, so genannte Papers, ihrer KollegInnen. © IST Austria

Qualität baut auf Gemeinschaft

Im Vorfeld einer Publikation nominieren die Herausgeber eines Journals passende Reviewer, um den eingereichten Artikel zu bewerten und somit die Qualität der zu veröffentlichenden Forschungsergebnisse zu garantieren. Bei den ausgewählten Peer Reviewern handelt es sich üblicherweise um WissenschafterInnen mit ausreichend Erfahrung im betroffenen Fachgebiet.

Für Professor Siekhaus beschränkt sich Peer Reviewing jedoch nicht auf die formale Prozedur des Bewertens von Artikeln ihrer KollegInnen direkt vor der Veröffentlichung: „Jede und jeder Einzelne in einer wissenschaftlichen Gemeinschaft kommentiert und bewertet laufend die Arbeit von KollegInnen. Wir präsentieren unsere Arbeit regelmäßig innerhalb unserer Forschungsgruppen, institutionenübergreifend und bei internationalen Konferenzen“, so Siekhaus. „Das Feedback von KollegInnen zur Überzeugungskraft der Daten, zu den daraus gezogenen Schlussfolgerungen und zur Relevanz der Ergebnisse für sie und andere, hat Auswirkungen auf unsere Denkweise und die Gestaltung zukünftiger Experimente. Von den PhD-StudentInnen bis zu den ProfessorInnen sind alle Teil dieses Prozesses. In Summe sind wir eine Gemeinschaft, die ein klares Ziel verfolgt, nämlich die Qualität unserer Arbeit zu optimieren.“


Peer Review Week: 16.-20. September 2019

Peer Review Week ist eine gemeinsame Initiative hochrangiger Fachverlage in Form eines globalen Events, das auf die zentrale Rolle des Peer Reviewing im wissenschaftlichen Dialog aufmerksam machen, die Arbeit von Herausgebern und Reviewern eine Woche lang ins Rampenlicht stellen und die neuesten Entwicklungen im Bereich des Peer Reviewings aufzeigen möchte. Dieses Jahr steht die Peer Review Week von 16.-20. September in ihrer bereits fünften Ausgabe unter dem Motto „Quality in peer review“.

Folgen Sie @PeerRevWeek auf Twitter, um über Aktivitäten und Events währen der Peer Review Week informiert zu bleiben!

#PeerRevWk2019 | #QualityInPeerReview

Weitere Informationen: www.peerreviewweek.wordpress.com



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