29. September 2026
Doppel-Erfolg für ISTA bei Wissenschaftspreisen NÖ
Würdigungspreis für Johann Danzl, Anerkennungspreis für Maria Ibáñez
3D-gedruckte thermoelektrische Materialien und Expansionsmikroskopie von Gehirngewebe – dafür wurden jetzt zwei Forschende des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) bei den Wissenschaftspreisen des Landes Niederösterreich ausgezeichnet. Maria Ibáñez und Johann Danzl nahmen ihre Auszeichnungen im Rahmen der Wissenschaftsgala am Dienstag, 29. September 2026, in Tulln entgegen. Die Erfolgsserie des ISTA läuft bereits seit 4 Jahren ungebrochen: Seit 2023 erhielten insgesamt sechs Professor:innen eine der Auszeichnungen des Landes.

Würdigungspreis für Johann Danzl
Einer der beiden Würdigungspreise ging heuer an Johann Danzl. Würdigungspreise zeichnen eine:n Wissenschafter:in von überregionaler Bedeutung für das vorliegende wissenschaftliche Gesamtwerks aus. Sie sind damit die höchste Auszeichnung des Landes im Rahmen der Wissenschaftspreise.
Danzl studierte Medizin und experimentelle Physik und schloss sein Doktorat in Quantenphysik an der Universität Innsbruck ab. Nachdem er einige Jahre am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen tätig war, wurde er 2017 zum Assistant Professor ans ISTA berufen. Dort baute er seine Forschungsgruppe im Bereich „Hochauflösende optische Bildgebungsverfahren für die Biologie“ auf. 2025 wurde er zum Full Professor ernannt.

Die von Danzl und seinem Team entwickelte Technologie LICONN („light microscopy based connectomics“) ermöglicht die Vergrößerung von Hirngewebeproben um das 16-Fache, wodurch Strukturen und synaptische Verbindungen des Gehirns besser abgebildet und letztlich verstanden werden können. Die patentierte Technologie wurde in der Fachzeitschrift Nature publiziert und als eine von sieben wegweisenden Zukunftstechnologien ausgezeichnet.
Anerkennungspreis für Maria Ibáñez
Einer der vier Anerkennungspreise ging diesmal an Maria Ibáñez. Anerkennungspreise dienen der Förderung von Wissenschafter:innen, die mit ihrem Schaffen bereits nennenswerte fachliche Anerkennung gefunden haben.
Ibáñez promovierte in Physik an der Universität Barcelona. 2018 kam sie als Assistant Professor und Gruppenleiterin an das ISTA, wo sie ihre Forschungsgruppe für anorganische Materialien von der Nano- bis zur Makroskala aufbaute. Seit 2020 leitet sie das Werner Siemens Thermoelectric Laboratory am ISTA; 2022 übernahm sie zudem die Position als VERBUND Professor of Energy Science. Im Juli 2026 wurde sie zur Professorin am ISTA befördert.

Ibáñez und ihr Team erforschen, wie sich Nanopartikel gezielt herstellen und so verändern lassen, dass daraus Materialien mit gewünschten Eigenschaften entstehen. In einer im Fachjournal Science veröffentlichten Arbeit beschreibt sie von ihr entwickelte spezielle reaktive Tinten für den 3D-Druck. Beim anschließenden Erhitzen bilden die Partikel starke Verbindungen miteinander. Dadurch konnten leistungsfähige thermoelektrische Materialien gedruckt und daraus ein vollständig 3D-gedruckter Kühler hergestellt werden.
Laufender Erfolg: Gewinner:innen der Vorjahre
IDas ISTA ist seit vier Jahren durchgehend erfolgreich bei den Wissenschaftspreisen Niederösterreich.
2025 mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet wurde die Neurowissenschafterin Sandra Siegert, die seit 2015 als Assistant Professor und seit 2023 als Professorin am ISTA tätig ist. Sie untersucht wie Mikroglia und Neuronen interagieren. Mikroglia sind wichtige Immunzellen, die zwischen den Nervenzellen eingebettet sind und die Nervenkommunikation beeinflussen. Siegert und ihr Team forschen im Speziellen, wie Störungen in diesem Zusammenspiel Einfluss auf die Gehirnfunktion haben, die dann zu möglichen Erkrankungen führen.

Computerwissenschafter Dan Alistarh, 2015 als Assistant Professor und seit 2022 als Professor am ISTA tätig, wurde im Jahr 2024 mit einem Anerkennungspreis des Landes für seine Forschung zu Künstlicher Intelligenz (KI) ausgezeichnet. In seinen Arbeiten geht er der Frage nach, wie „deep neuronal networks“, also große KI-Programme, präzise trainiert und effizient ausgeführt werden können, und zwar auf erschwinglicher Hardware und verteilten Rechnern.

Gleich drei Professor:innen des ISTA bekamen im Jahr 2023 einen Anerkennungspreis des Landes: Chemiker Stefan Freunberger für seine Forschung an nachhaltigen Batterien, Biochemiker Leonid Sazanov für Ergebnisse zu einem potentiell für die Medizin hochrelevanten Enzym der Atmungskette, und der theoretische Physiker Maksym Serbyn für Arbeiten zu Vielkörpersystemen in der Quantendynamik mit Bedeutung für Ingenieurswissenschaften, Informatik und zukünftige Quantencomputer. Bereits 2017 ging der Würdigungspreis des Landes Niederösterreich an Carl-Philipp Heisenberg, der schon damals für seine Forschung in der molekularen Entwicklungsbiologie Ansätze aus Genetik, Biochemie und Physik interdisziplinär verband.